Wer bin ich wirklich? Und warum bin ich manchmal jemand ganz anderes?



Es ist dunkel draußen. Und auch drinnen. Eigentlich sollte ich schlafen, denn morgen muss ich wieder aufstehen. Der Tag wartet und mit ihm auch einiges an Arbeit. Nicht nur der Brotjob, auch mein Autorenleben braucht Aufmerksamkeit. Und meine Beziehung und der Alltag. Und doch liege ich hier in meinem Bett. Gebe mich meinen Gedanken hin und lasse die Wut in mir aufkommen. Tränen rinnen aus meinen Augen. Die Gedanken kreisen in meinem Kopf. Sie machen mich wütend. Immer weiter steigere ich mich hinein. Bis ich schließlich aufstehe, mich selbst dafür hasse, dass ich so bin. Tausend Gründe finde, meinen Partner zu hassen. Einfach alles. Die Wut ist so groß darüber, dass er seelenruhig neben mir liegen kann und ich mir die Augen aus dem Kopf heule und er nichts merkt. Meine Gedanken und Gefühle scheinen so berechtigt, dass ich sie nicht in Frage stelle. Mein Ego siegt und hört doch die leise, zweifelnde Stimme, ob ich nicht wieder übertreibe. Nein, brüllt meine Wut mir entgegen. Ich will das aber so, wie ich es mir vorstelle. Am liebsten jetzt und sofort. Und gleichzeitig keimt wieder der Hass in mir auf, weil es genau das ist, was ich doch eigentlich nicht möchte. Menschen verbiegen, damit sie mir das geben, was ich brauche. Aber gleichzeitig ist mir bewusst, dass ich anderen auch nicht immer genau das geben kann, was sie brauchen. Ein Dilemma. Und so gebe ich mich den elenden Gedanken hin, weiß nicht vor und nicht zurück – nur, dass es so nicht weitergehen kann.

Die Beschreibung dieser Nacht ist eine Zusammenfassung einiger Nächte. Allesamt ziemlich schlimm für mich, weil in etwa alle Gefühle auf einmal auf mich eingeprasselt sind. Ich dachte, ich bin so. Manchmal eben aufbrausend, manchmal verschmust. Manchmal will ich niemanden um mich haben, manchmal kann man mir einfach nichts recht machen. Bis ich begann, mich ein bisschen besser zu verstehen.

Ich weiß nicht genau, wann es angefangen hat. Ein wenig bewusster lebe ich, seit ich kein Fleisch mehr esse und mich mit einer veganer Ernährung beschäftige. Mir begegnen immer neue Denkansätze, die ich inspirierend finde. Ich probiere Dinge aus und experimentiere.
Nach meiner letzten Beziehung habe ich die Pille abgesetzt, ganz bewusst, denn ich habe mir Sorgen gemacht. Sorgen um meinen Körper, weil ich glaubte, dass mit mir etwas passiert, was ganz und gar nicht normal ist. Meine Periode wurde immer schwächer, bis sie fast nicht mehr existent war nur noch drei Tage andauerte – von einer Blutung konnte man am Ende jedoch nicht mehr sprechen. Wohlmöglich liegt darin der Anfang. Seitdem spüre ich stetig die Veränderungen, die mein Körper durchmacht. Zum Beispiel fühle ich manchmal meinen Eisprung und auch meine Blutung ist wieder stärker geworden. Beides genieße ich sehr und fühle mich dadurch so sehr als Frau wie lange nicht – wenn ich es überhaupt tat. Auch diese neue Sache mit den wirklich heftigen Gefühlsausbrüchen – vielleicht ist es PMS, das ich vorher nie so kannte (oder wahrgenommen habe), vielleicht liegt es auch nur an der dunklen Jahreszeit (die das ganze verstärkt). Als mir aber klar wurde, dass das doch irgendwie mit meinem Zyklus zusammenhängen zu scheint, beschloss ich, etwas dagegen zu tun, denn einen temporären Auszug meines Liebsten wollte ich auf keinen Fall riskieren. Irrwitzigerweise benehme ich mich in den zwei drei Tagen so, dass wirklich keiner in meiner Nähe sein möchte und dennoch habe ich so ein unglaubliches Bedürfnis nach Nähe, dass es mich auffrisst.
Nachdem das mit dem "ich weiß ja ungefähr, wann es bei mir abgeht, dann kann ich schon irgendwie entgegensteuern" nicht geklappt hat, habe ich vor so ziemlich genau vier Wochen angefangen, Tagebuch zu schreiben. Jetzt nicht so nach dem Motto "Liebes Tagebuch ...", aber ich habe relativ ernsthaft und regelmäßig einige Dinge festgehalten.


Außerdem habe ich – aufmerksam geworden durch diese Podcast-Folge (ab ca. einer Stunde) – angefangen, auf mein Energielevel im Verlauf meines Zyklus zu achten. Auch da war mir schon aufgefallen, dass ich an Tag zwei total kraftlos bin – allerdings scheint das nicht jedes Mal so zu sein 🤔 Genau deswegen notiere ich mir sowas jetzt. Dadurch, dass ich mir immer den genauen Tag notiere, achte ich auch viel mehr darauf, in welcher Phase ich gerade stecke. Außerdem schreibe ich mir kleinere Wehwehchen dazu und ob sich auch mein Essverhalten im Verlauf der Wochen ändert. Eine sehr spannende Sache.

Nun liege ich wieder nachts wach in meinem Bett (es ist 02:51 am Freitag morgen) und auch gestern bin ich erst gegen halb zwei eingeschlafen, dennoch merke ich schon zwei Dinge, die sich positiv verändert haben. Gestern Nacht, an Tag 28 und potenziellem PMS-Alarm-Tag, habe ich mich wieder für einen Moment von doofen Gedanken übermannen lassen, allerdings konnte ich sie abwenden. Anders als beim letzten Mal schrieb ich meinem Liebsten keine WhatsApp-Nachricht mit Vorwürfen, sondern mit Liebesbekundungen. Tatsächlich funktionierte es. Meine Gedanken gaben Ruhe und mit leichter Musik auf den Ohren fand ich in den Schlaf und wachte ohne verquollene Augen am morgen wieder auf.

Heute Nacht schreibe ich diesen Blogartitel und berichte euch von diesem (weiteren) Projekt und werde dann danach hoffentlich schlafen können.

Für die nächsten Monate möchte ich mir einen Tracker basteln, um verschiedene Dinge noch besser beobachten und einordnen zu können, und natürlich werde ich euch davon berichten 🤗

Autorenleben im Februar | Update 2/2018



So stolz war ich schon lange nicht mehr auf mich. Der Januar lief richtig super im Bezug aufs Schreiben. Geplant hatte ich den Januar ausschließlich zum Plotten meines Jugendbuchs zu verwenden und tatsächlich bin ich richtig gut vorangekommen. Viel besser, als erwartet. Noch ein paar Stunden (wenn überhaupt) trennen mich vom nächsten Etappenziel und dann kann ich endlich mit dem Schreiben beginnen. Das war eigentlich erst für den April angepeilt, aber ich will mich nicht beschweren.


Die Tabellen

Zwischendurch habe ich auf Facebook und Instagram immer wieder berichtet wie es läuft und von meinen Tabellen geredet.

Es ist nicht das erste Mal, dass ich eine Geschichte plotten - auch nicht mit Tabelle. Aber beim letzten Mal verlief der Schreibteil der Geschichte weniger erfolgreich. Also nehme ich mir diesmal mehr Zeit und es scheint zu funktionieren. Auf jeden Fall habe ich jetzt schon total kribbelige Finger und will endlich schreiben, was allerdings auf dazuführt, dass ich ein ziemlich schnelles Ende habe. Vielleicht sollte ich mir im Hinterkopf behalten, mal das Ende zuerst zu schreiben 😅

Aber zu den Tabellen. Angefangen hat es logischerweise mit Tabelle eins. Grundlage dafür war ein Teil der Schneeflockenmethode, also kannte ich den groben Verlauf, das Setting und die Charaktere. Mir persönlich war wichtig, dass die Tabelle all diese Faktoren übersichtlich darstellt, was bei einem ausgeschriebenen Plot einfach nicht gegeben ist. Im Prinzip habe ich also mit der Schneeflockenmethode gearbeitet, aber all die Punkte weggelassen, die einen längeren Fließtext als eine halbe bis max. einer Seite umfassen.

Die Geschichte (Ausgangssituation, Auslöser [der Geschichte], 1, 2., 3. und finaler Konflikt) mit einigen Zwischenpunkten verläuft chronologisch von oben nach unten (erkennbar am dramatischen Farbverlauf von grün zu einem dunklen Rot).

Die verschiedenen Aspekte der Geschichte (Ort, Zeit, Konflikt, Wetter und "was der Leser jetzt erst erfahren darf) sowie Charaktere habe ich von links nach rechts aufgelistet und nochmal in Handlung, Entwicklung und persönlicher Konflikt unterteilt. In der Spalte "Struktur" benenne ich noch einmal die einzelnen Konflikte; von dort aus ziehen sich die grünen bis roten Streifen durch die Tabelle. Damit mir die Kopfzeilen nicht verschwinden, habe ich sie fixiert.




Diese Tabelle habe ich nach und nach ausgefüllt, allerdings nicht vollständig (wie ihr im Bild mit den farbigen Streifen sehen könnt, da mir hier der Fokus auf die einzelnen Handlungsstränge, Konfliktpunkte und Entwicklungen wichtiger war. Wenn mir Details für die Geschichte wichtig waren, habe ich sie ergänzt. Zum Beispiel hat die Zeit und das Wetter in manchen Szenen eine tieferliegende Bedeutung.


Nach dem Skypegespräch mit meinem Schützling Katta (Authorwing) habe ich die zweite Tabelle angelegt. Diese verläuft chronologisch von links nach rechts und beinhaltet für jeden Charakter eine Zeile. So kann man gut sehen, welche Dinge gleichzeitig passieren und was nacheinander geschehen muss. Außerdem hat sich hier ein Zeitfenster ergeben, in das ich einen Teil der Vorgeschichte einfügen kann, und ein Charakter ist rausgeflogen. Hinzu kommt, dass ich mir endlich schlüssig darüber geworden bin, welches der drei Enden die Geschichte haben wird.


Die linke Spalte beinhaltet einen großen Teil der oberen Zeile der ersten Tabelle: Struktur, Ort, Zeit, Wetter, Haupthandlung, Nebenhandlung, Szene, "was der Leser jetzt erst erfahren darf" und die verschiedenen Charaktere. Kursiv markiert sind jene Aspekte, denen ich letztendlich gar keine Beachtung geschenkt habe. Den großen grünen Bereich habe ich bereits in Tabelle drei übertragen, dadurch sind einige farbige Markierungen verschwunden. Zum Beispiel war der lilafarbene Streifen länger, denn ich musste mir etwas einfallen lassen, wie dieser Charakter die sinnvoll Zeit überbrückt xD


Die dritte Tabelle spiegelt den Verlauf der Geschichte wieder und ist farblich gesehen viel unaufgeregter als die beiden Vorgänger. Augenmerk hierbei ist die Reihenfolge der Kapitel und Szenen der Geschichte. Ein hübsches Detail, wie ich finde, ist die "Beschreibung" der Szenen. Hier habe ich so kurz wie möglich vermerkt, um welchen Konflikt es geht, oder ob die Charaktere näher vorgestellt werden ‒ welchen Sinn die Szene im gesamten Konstrukt hat. So habe ich hoffentlich vorab bereits gut einschätzen können, welche Szenen wirklich wichtig sind und welche ich nicht brauche und vermeide so unnötiges Schreiben. Der größte Unterschied ist wohl, dass ich hier alle Zellen ausgefüllt habe; zwar gibt es auch hier ein paar undefinierte Lücken (der Klassiker "hier passiert etwas ganz spannendes"), aber einige Freiheiten möchte ich mir und meinen Charakteren auch lassen. Mit dieser Tabelle wollte ich mit einen Überblick über die Struktur der einzelnen Kapitel schaffen und ich denke, es ist mir ganz gut gelungen. Jetzt bin ich gespannt, wie die Umsetzung klappt.




Sicherlich hätte man all dies auch in einer Tabelle erreichen können, aber da ich sehr viel rumprobiert habe und die Ausrichtung immer wieder geändert habe, sind es letztendlich drei geworden. Das ist aber nicht schlimm, denn so kann ich die einzelnen Schritte nachverfolgen und kann eine ältere Idee noch einmal aufgreifen.

Im Moment bin ich dabei, die letzten eins, zwei Kapitel zu planen und dann kann es ans Schreiben gehen. Auch bei diesem Schritt möchte ich mir wieder viel Zeit lassen, vor allem, wenn es auf das Ende der Geschichte zugeht. Gerade hier bin ich froh, dass es jemanden gibt, der vielleicht noch ein Auge auf das Erzähltempo werfen kann, aber bis dahin dauert es ja noch ein bisschen.

Wir sehen uns also spätestens im März mit den ersten geschriebenen Kapiteln wieder :-)

Vom Recht der Tiere und den Grenzen der Menschen

Worum geht's?

Richard David Precht gibt in seinem Buch Tiere Denken einen umfassenden Überblick über die gemeinsame Geschichte von Mensch und Tier bis hin zu den heutigen Zuständen in der Gesellschaft und Wissenschaft. Kurzweilig gibt er Denkanstöße und bestärkt mich in meinem Wunsch, immer veganer zu leben ...

[Kurzer Disclaimer]
Natürlich bin ich bei weitem nicht perfekt und hin und wieder "gönne" ich mir auf Kosten anderer etwas, aber es gibt mittlerweile gewissen Grundsätze, an die ich mich halte und entdecke immer wieder Dinge, die mir entgangen sind. Außerdem möchte ich nicht belehren, sondern eher inspirieren und ein Vorbild sein, mit dem was ich tue. Es gibt keinen Grund für jemanden anderen, sich vor mir - oder für mich mich vor anderen - zu rechtfertigen.
Es folgen meine eigenen Gedanken und Vorstellungen, die vermutlich nicht immer politisch, gesellschaftlich, historisch sonstwie korrekt und tiefgründig durchdacht sind sind ... Aber darum geht es hier auch gar nicht 😉
[/Disclaimer]

Zentrale Frage: Welche Rechte kann man/mensch Tieren zusprechen?

Es ist natürlich sehr interessant, eine Reise durch die Geschichte und Vorgeschichte zu machen und zu schauen, wie Menschen in diesen Zeiten mit dieser Frage umgegangen sind. Allerdings wird das dann alles ziemlich theoretisch. Spannend fand ich hier jedoch die Vorstellung, dass Menschen ja auch nicht wollen, dass ein Wesen, welches über mehr "Gewalt" als sie verfügt, einfach bestimmen kann, wie mit ihnen umgegangen wird.
Um die Frage für mich zu beantworten, ist es meiner Meinung nach naheliegend, sich so gut wie möglich in ein Tier hineinzuversetzen und seine Bedürfnisse zu verstehen. Es ist völlig unsinnig, Tiere aus Tierparks einfach vor die Tür zu setzen oder wie in dem Szenario von Precht beschrieben, vor sich hinvegetieren zu lassen, bis sie eben das Zeitliche segnen. Das kommt meiner Meinung nach auf genau das gleiche hinaus, als würde man alles so belassen, wie es ist.

Genau wie Menschen sind Tiere Gewohnheitstiere und die Welt hat sich verändert. Gerade vor ein paar Tagen habe ich von einer indischen Stadt gelesen [im Stern? Spiegel? Irgendwie sowas 😅 ], in der Jaguare gemeinsam mit Menschen leben. Sie haben sich einen neuen Lebensraum gesucht, zu dem ihre Bedürfnisse passen und arrangieren sich damit. Und die Menschen müssen lernen, mit diesen "gefährlichen" Tieren umzugehen. Ich möchte ihnen ihre natürliche "Gefährlichkeit" jetzt nicht abzusprechen, aber wer schon einmal eine nähere Bindung zu Tieren hatte, wird wissen, dass sie im Gegensatz zu Menschen nicht böswillig töten. Sie sind im reinen mit der Natur, nehmen, was sie brauchen, und greifen in den seltensten Fällen Menschen an. Die Zahl der Übergriffe auf Menschen ging übrigens drastisch zurück, als die Bewohner der Stadt verstanden, mit ihren neuen Nachbarn umzugehen.
Haustiere nach und nach auszuwildern, halte ich für sinnlos. Ich denke, sie schätzen unsere Gesellschaft, schließlich haben wir sie jahrelang darauf hingezüchtet. Wir sollten allerdings aufhören, ihnen unseren Willen aufzuzwingen - dabei rede ich nicht von Erziehung, denn die ist vielen Tieren in ihrer Kindheit gleich, damit sie wissen, wie sie sich in der Lebensgesellschaft verhalten, um niemandem zu schaden und wenig anzuecken. Es geht mir dabei eher um das Wie. Dass Menschen verstehen, dass unsere Haustiere keine Menschen sind und uns manchmal nicht gleich verstehen können. Meiner Meinung nach vollbringen unsere Haustiere eine großartige Leistung, weil viele Besitzer nicht unbedingt in der Lage sind, sich deutlich auszudrücken. Gewalt sollte in dem Zusammenhang natürlich der Vergangenheit angehören. Doch wie sieht es mit dem wohl größten Problem, der Ernährung, aus? Bei Hunden ist bekannt, dass man sie sogar vegan Ernähren kann ... Sicherlich findet man im Wald nicht mal auch so eben Aas, das der Hund auf seinen Freigängen naschen kann, wie er es in der Natur vermutlich machen würde (das wissen die Menschen aktuell noch zu vermeiden) und zu wildern ist ihm auch nicht gestattet. Wie sollte ein Hund also an sein Fleisch kommen, ohne Tierleid zu verursachen?
Bei Katzen ist das ganze relativ einfach. Viele sind Freigänger und sollten prinzipiell die Möglichkeit dazu bekommen. Somit ist die Futterfrage bei ihnen größtenteils geklärt ...
Doch was ist mit den verschiedenen hochgezüchteten Haustierrassen, die viele erbliche Krankheiten [ich denke hierbei an Knochenschäden oder plattgedrückte Nasen, die sie kaum atmen lassen, irgendwelche Falten, die sich ständig entzünden] mit sich tragen und überhaupt - den natürlichen Drang jedes einzelnen Tieres, sich fortzupflanzen und seine Art zu erhalten?
Darf der Mensch entscheiden, kranke und nicht gesunde Tiere auszusortieren? Darf er weiterhin in das Sexualleben eines anderen Wesens eingreifen? [Zwischen den Zeilen schreibe ich die Dinge, die unter Menschen mittlerweile nicht mehr üblich sind (sein sollten?), nämlich Geburten zu regulieren und zu entscheiden, wer mit wem aus welchen Gründen auch immer Nachkommen zeugen darf] Was mich auf die Frage bringt, wie frei wir selbst mit dieser Entscheidung sind - sind wir doch ziemlich hormongesteuerte Wesen in dieser Frage und durch unseren "natürlichen" Einzugsbereich eingeschränkt ... Vielleicht ist dieses Bild vom Dorf, in dem alle leben, sich kennen, untereinander heiraten und Kinder bekommen, ein ziemliches Klischee, aber im Prinzip entspricht es oft der Wahrheit. Können wir Tieren ein größeres Recht zu sprechen, von dem wir glauben, dass wir es haben, obwohl es nur eine Täuschung ist, da jeder in seiner eigenen Bubble/Wirklichkeit lebt - die Gefahr ist groß, den perfekten Partner zu übersehen, weil dieser in Japan lebt und ich in Deutschland, ist einfach mal zu groß, weil für mich alle Japaner einfach mal gleich aussehen 😅 Soll natürlich nur ein Scherz sein [und auf keinen Fall rassistisch gedeutet wereden 🙄], dennoch bringt es mich auf die Frage, ob es diesen einen jenen perfekten Menschen überhaupt gibt - und, was die Natur eigentlich will und ob sie überhaupt etwas will.
Dürfen wir also in der Sexualität eines anderen Wesens tiefgreifende Entscheidungen treffen? Oder sind die Entscheidungen eher ein Bedürfnis an uns selbst, um die Überbevölkerung einer anderen Art zu unterdrücken und diese nach unserem Willen zu lenken?
Die Richtung solcher Gedanken ist wirklich heikel und wenn wir allen Tieren ein Recht auf Leben und, in ihrem Rahmen, Selbstbestimmung zusprechen wollen, dann müssen wir Abstriche machen. In Indien funktioniert das zumindest ganz gut.

Wie sieht es hingegen mit den "Nutz"tieren aus, die zumindest nicht mehr den Nutzen erfüllen, uns Menschen zu ernähren. Sie würden zangsläufig aussterben. Es sind zu viele, um sie auszuwildern. Vermutlich gäbe es eine globale Katastrophe, die Natur bräuchte Jahre, um sich davon zu erholen. Den Prozess langsam ausschleichen und über Jahre vielleicht Jahrzehnte weiter Tiere ausbeuten? Zumindest würde man die Bestände minimieren und den globalen Burnout der Erde verhindern 🤔
Das Problem ist einfach, dass der Mensch seit gut 10.000 Jahren Einfluss auf seine Natur und Mitbewohner nimmt, dass dies unmöglich in kurzer Zeit umkehrbar ist. Damit die Frage, kann der Mensch es verantworten, ein von ihm gezüchtetes Tier aussterben zu lassen und somit die Artenvielfalt zu gefährden?
Ehrlich gesagt, gefährdet und nimmt der Mensch eben seit dem Neolithikum die Artenvielfalt. Es ist gewissermaßen der Lauf der Dinge, dass Arten sterben - nur will der Mensch eben jetzt nicht aktiv die Verantwortung dafür tragen. Wir wollen doch Tiere schützen und nicht ausrotten. Dummerweise haben wir uns seit eben jener Jungsteinzeit auf uns nützliche Pflanzen und Tiere gestützt, sie so geformt, dass sie uns noch nützlicher sind und die anderen ganz vergessen. Von allen essbaren Pflanzen auf der Welt schafft es nur ein geringer Prozentsatz auf unseren Speiseplan. Warum? Weil sich einige Arten nicht gut anbauen ließen. Und da sprechen wir noch von abwechslungsreicher Ernährung 😂 Ein paar Tiere auf dem Teller macht das Menü jetzt auch nicht fett. Dennoch glaube ich, dass nach der globalen Katastrophe, dem Burnout der Natur eben jene sich wieder davon erholen würde. Wäre nur eine krasse Zeit, aber der Mensch hat ja sowieso schon genug Umweltkatastrophen ausgelöst und nebenbei bemerkt haufenweise Tiere mit seinem Jagdverhalten ausgerottet.
Das eigentliche Problem liegt meiner Meinung darin, dass der Mensch das biblische "liebet und vermehrt euch" zu wörtlich genommen hat und nun mit fast 7,5 Milliarden Individuen dasteht. Das kann auf Dauer sowieso nicht gut gehen und führt ohne Zweifel früher oder später zu einem globalen Burnout. Und, auch wenn es die überzeugten Fleischesser nicht gerne hören, führt an vegetarischer bzw. veganer Ernährung über kurz oder lang kein Weg vorbei.
Dem Menschen eigen ist auf jeden Fall sein Egoismus und aufgrund seiner hohen Population ist der Mensch vielleicht nicht besser als ein Tier, dass im Hunger die Kinder eines Artverwandten frisst, allerdings in so vieler Hinsicht einfach dümmer, dass er sich eines so hohen Verstandes rühmt, eben diesen aber so selten benutzt und im großen und ganzen handelt, wie ein Tier, das er im Grunde genommen auch ist.

Organisation - Tipps für nebenberufliche Autoren

Der Traum vom Schreiben zu leben, ist in erreichbarer Nähe, aber trotzdem noch ein gutes Stück von mir entfernt. Dennoch weiß ich, wo ich hin will und habe mein Ziel fest im Blick.
Nachdem bei mir im letzten Jahr so ziemlich alles drunter und drüber gegangen ist, was so passieren kann, habe ich mir für das Jahr zweitausendachtzehn vorgenommen, alles organisierter und strukturierter anzugehen. Bisher läuft es ganz gut, also möchte ich euch daran teilhaben lassen, damit ihr es vielleicht auch für euch nutzen könnt. Möglicherweise gebe ich hin und wieder ein kleines Update, wie es so läuft, aber solltet ihr irgendwann nichts mehr von mir hören - weder auf Instagram noch hier in meiner Teestube -, habe ich mich vermutlich unter irgendwelchen Ideen und Challenges vergraben ...

Ende des letzten Jahres habe ich mir überlegt, was ich in diesem Jahr alles besser machen kann. Und tatsächlich entdecke ich immer wieder Tools, die mir mein Autorenleben erleichtern. Wenn ihr genaueres dazu erfahren möchtet, sagt mir einfach Bescheid 😉

Aber von vorn ...

Seit dem Oktober 2015 bin ich nebenberuflich Selbstständig gemeldet. Das klingt erstmal spannender, als es tatsächlich ist. Das schöne für mich: ich darf mit dem Schreiben Geld verdienen. Leider hat das auch Papierkram zur Folge, den ich gerne verprokrastiniere. "Glücklicherweise" verdiene ich nicht solche Unsummen, so dass dieser Teil in einem Nachmittag arbeit schaffbar ist. Allerdings soll sich das ja auch mal ändern - und der Privatkram will auch auf die Reihe gekriegt werden.

Der erste Schritt, um mein Leben organisierter zu gestalten, war, mir einen Plan zu machen. Diesen habe ich grob im Schreibmeer beschrieben und vor einiger Zeit hier in der Teestube meine Gedanken dazu ausgebreitet.

Für dieses Jahr habe ich mir also das große Thema "meinen ersten Jugendroman schreiben" vorgenommen. Auch wenn ich das theoretisch viel schneller schaffen sollte, nehme ich mir diese Zeit - weil es gut werden soll. Dann habe ich mir überlegt, was in den letzten Jahren schief gegangen ist (im Sinne von: ich habe meine Ziele nicht erreich, bzw. das, was ich hätte tun müssen, verprokrastiniert). Es ist so simpel wie einleuchtend: Ich nehme mir dafür keine Zeit. Also habe ich mir einen Plan für die Woche ausgearbeitet. Dieser variiert jedoch immer etwas, weil ich ihn an meinen Brotjob anpassen muss.

Mein Brotjob
Da ich nur auf Teilzeit (130 Stunden im Monat) angestellt bin, habe ich in der Theorie noch 30 Stunden für meine Schreiberei. Hierbei gucke ich allerdings nicht auf die Uhr, weil die Theorie eben auch nur Theorie ist und ich in diesem Monat auf 139 Stunden komme, sowieso noch Fahrzeit habe und die Praxis immer ganz anders aussieht.

Dennoch vereint mein Brotjob meine Vorstellungen davon, was er mir bringen soll: Erstens genug Geld, um meinen Lebensunterhalt zu finanzieren, zweitens genug Zeit, damit ich mein Autorenleben auf die Kette kriege und drittens ist er nicht besonders anstrengend für den Kopf, somit habe ich einen guten Ausgleich.

Mein Monats- und Wochenplan
Da wir auf der Arbeit einen Monatsplan bekommen, der sich im Groben nicht mehr viel ändert, trage ich meine Schichten direkt in den Kalender ein. Mein Autorenleben organisiere ich drum rum.

Hierbei nehme ich mir den Montag für Finanzkram, meine eMails und Einkaufen. Glücklicherweise bin ich nicht mehr darauf angewiesen, meine eMails täglich zu checken, wie es 2016 der Fall war, weil ich noch für eine Textagentur geschrieben habe. Das Finanzielle bezieht sich hauptsächlich auf meine private Finanzorganisation, allerdings update ich auch hier meine Einnahmen und Ausgaben für den Autorenkram in einer Tabelle (dann habe ich für die Steuer weniger zu tun, weil ich nicht mehr alles raussuchen muss).
Wenn dann, wie heute noch ein bisschen Zeit ist, kommen organisatorische Aufgaben oder Projekte aus dem Autoren- oder Privatleben, die nicht das Schreiben betreffen, dazu. Ich plane verschiedene Vorhaben (aktuell meinen Besuch der Leipziger Buchmesse) mit ihren finanziellen Aspekten, da ich meinen Kopf dort sowieso schon habe.
Je nachdem, wie viel Zeit ich danach habe, darf ich auch kreativ werden und bloggen oder an meinem aktuellen Projekt arbeiten. Heute habe ich das Bloggen allerdings vorgezogen, da dieser Artikel auch dazu dient, mich etwas zu motivieren und meine Gedanken zu ordnen.

Dienstag bis Donnerstag sind dann eigentlich Schreibtage, allerdings habe ich am Mittwoch brotjobbedingt nicht immer  komfortablen Freiraum dazu, den ich gerne hätte, also verschiebt sich das vorläufig auf einen Tag des Wochenendes.

Der Freitag ist dann für die Planung der nächsten Woche, Datenspeicherung und das Lektorieren bzw. Planen des Schreibmeer-Artikels für den Samstag. Auch hier habe ich die Möglichkeit offen, Einkaufen zu gehen, wenn mir etwas für das Wochenende fehlt.

Einen festen Zeitplan habe ich nicht mehr, da ich gemerkt habe, dass ich die Zeit bis zu meiner Arbeitszeit verbummle und noch träger werde. Dafür bin ich dabei, mir eine Morgenroutine anzueignen: gemütlich Frühstücken, meditieren, etwas lesen, eine erste Runde durch Social Media (hauptsächlich die Stories auf Instagram und selbst etwas posten), Zähneputzen. Ohne Wecker und ganz entspannt.
Dadurch, dass ich mir drei Tage in der Woche komplett für mein Projekt blockiere, kommt auch nichts mehr dazwischen, was ich vielleicht noch vorher schnell erledigen kann. Mir kommt es außerdem sehr entgegen, dass ich meistens die Abendschicht im Brotjob habe, so habe ich für einen Entspannten Autorenarbeitstag den ganzen Tag Zeit. Ist es mal anders, wie zum Beispiel Mittwochs oder eben am Wochenende (hier sind unsere Schichten länger), mache ich mir nicht den Stress, noch etwas davor oder danach tun zu müssen.

Ich hoffe, euch motiviert und inspiriert meine Art, meinen Autorenalltag zu organisieren ein bisschen und wenn ihr Fragen habt, beantworte ich sie euch gerne 😃

Netflixserie: Grace and Frankie

Worum geht's?

Zwei Frauen, die gegensätzlicher nicht sein können werden von ihren Männern, die zusammen ein Verhältnis haben, verlassen. Nun müssen sie sich miteinander und mit ihren zerbrochenen Leben arrangieren und das ist manchmal gar nicht leicht, denn mit ihren Persönlichkeiten treffen ein spießiger und alternativer Lebensstil aufeinander. Trotzdem raufen die beiden sich immer wieder zusammen und durchleben die unterhaltsamsten "Abenteuer".

Was mag ich besonders gerne?
Frankie. Sie ist so, wie ich später gerne sein möchte: Eine extrem entspannte Hippie-Oma. Außerdem liebe ich das Haus, in dem die beiden Frauen leben. Die perfekte Lage am Stand und die Einrichtung ist mega gemütlich.

Was mag ich nicht so sehr?
Ich finde die Beziehung zwischen Sol und Robert manchmal etwas unauthentisch, aber das stört nicht sehr ...

Empfehlung?
Auf jeden Fall! Die Serie ist kurzweilig und unterhaltsam. Außerdem greift sie gesellschaftskritische Themen wie Homosexualität auf.

Extra
Ich kann es kaum noch erwarten, denn am 19. Januar erscheint die 4. Staffel auf Netflix.

Noch eine Tasse Tee?

Wer bin ich wirklich? Und warum bin ich manchmal jemand ganz anderes?

Es ist dunkel draußen. Und auch drinnen. Eigentlich sollte ich schlafen, denn morgen muss ich wieder aufstehen. Der Tag wartet und m...