Wer bin ich und wenn ja, wie viele?



Die letzten Wochen sind wie eine Reise. Ein Trip zu mir selbst. Zu dem, wer ich bin, wer ich sein will und auch woher ich komme. Was soll man auch sonst tun, wenn es draußen regnet und grau ist und der schöne Sommer auf sich warten lässt. So nutze ich die Zeit wenigstens sinnvoll.

Eigentlich fühle ich mich heute wenig inspiriert, um euch von meinen Mind-Momenten der Woche zu berichten. Es ist kalt, der Tee ist ausgetrunken und ich habe mich auf meine Couch gekuschelt - nicht an den Schreibtisch gesetzt, wie ich mir eigentlich für die "Arbeit" vorgenommen hatte. Aber da ich es mir die Dinge, die ich tue, gemütlich machen will, lasse ich jetzt wieder Wasser aufkochen für die zweite Tasse des Tages.

So bin ich also mitten im Herbst angekommen - innerlich und auch äußerlich. Wie ihr wisst, bin ich nicht der Mensch, der sich viel mit Makeup außereinandersetzt, ich mag es eher natürlich. Aber im Herbst ist es irgendwie anders. Da mag ich es, meine Augen zu betonen. Jetzt auch nicht so megakrass, aber ein klitzekleines Bisschen verrucht darf es sein. Herbstlich eben.
Wer mir auf Instagram folgt, weiß, dass ich mich schon seit einiger Zeit mit Tee zudröhne. Auch eher etwas, das ich in der warmen Jahreszeit mache.

In dieser Woche war das Thema meditieren wieder sehr präsent in meinem Alltag. Letzte Woche hatte ich es ja schon angedeutet, dass ich an meiner Morgenroutine arbeiten möchte, damit ich wieder etwas runterkomme und mich nicht so sehr in negative Gedanken hineinsteigere. Dafür habe ich mir die App 7mind runtergeladen und bisher jeden Morgen eine kurze Zeit lang meditiert.
Bisher gefällt es mir echt gut und ich merke auch, wie ich tatsächlich runterkomme. Besonders beim Meditieren nehme ich meinen Körper intensiver war und mir wird klar, dass ich unbedingt etwas für meinen Rücken tun muss. Habe ich fast das gesamte letzte Jahr durch meinen Autorenkram sitzend verbracht, schaffe ich mir jetzt mit meinem Brotjob einen stehenden Ausgleich. Doch so optimal scheint das nicht zu sein. Der untere Rücken fühlt sich ziemlich verspannt an und auch meine Schultern sind nicht die entspanntesten. Darum bin ich froh, mich wieder ein paar Mal in der Woche zum Laufen motivieren zu können.
Auch das mit den Morgenseiten klappt überraschend gut und meistens schreibe ich sogar etwas länger als die zehn Minuten. Es tut wirklich gut, seine Gedanken etwas zu sortieren - dabei ist es völlig egal, was man aufschreibt. Das einzige, was ich verändert habe, ist, dass ich nicht mehr direkt nach dem aufstehen schreibe, sondern erst nach dem Meditieren.


Wer ich sein will und wer ich bin

Zum Thema Persönlichkeitsentwicklung suchte ich weiterhin den Podcast von Laura Malina Seiler. Das hat mich auf den Gedanken der Identität gebracht und auf die Frage, als wer ich mich identifiziere und als wen ich mich identifizieren möchte, bzw. wer ich sein möchte.
Dabei klingt es so simpel, dass ich auch selbst darauf hätte kommen können: Deine Gedanken werden zu deinen Handlungen. Und die Summe deiner Handlungen macht dich aus. Es ist egal, wie sehr du etwas Neues anfängst, wenn du es nicht durchziehst, es in Fleisch und Blut übergehen lässt, dann hat es auch keinen langfristigen Effekt und kann demzufolge auch nichts bringen.
Ob es durch das Meditieren kommt oder allein durch das Bewusstwerden dieses Gedankens, weiß ich nicht. Aber sehr oft wird mir in letzter Zeit bewusst, dass ich etwas tue, was nicht dem entspricht, als was ich mich identifizieren möchte, zum Beispiel eine Handlung ist, die mich zu dem gebracht hat, was ich jetzt bin, woran ich aber etwas ändern möchte. Als ich das verstanden und auch erlebt habe, war es ein echter Mindblowing-Moment, der auch ein bisschen in meinen nächsten Artikel beim Schreibmeer eingeflossen ist, in dem es darum geht, was für eine Autorin ich eigentlich sein möchte.


Etwas, was mich in den letzten Tagen besonders geprägt und bestärkt hat, ist der Umgang mit anderen Menschen - besonders mit negativen - inspiriert durch den Podcast von Laura. Darin geht es darum, anderen mit Liebe zu begegnen und zum Beispiel diesen permanent negativ gelaunten Menschen gedanklich zu sagen "Ich liebe dich. Ich liebe dich. Ich liebe dich." Natürlich traf das bei mir auf eine Hemmschwelle. Was soll das bringen, wenn ich diese Menschen nicht leiden können möchte, weil ihre Negativität mich runterzieht. Aber ich wollte es dennoch ausprobieren, die Neugierde siegt fast immer bei solchen Experimenten. Und siehe da: Es funktioniert. Es ist überraschend, aber ich empfing weniger Stress, als ich dieser Person begegnete und war ganz überwältigt und überrascht, denn sie schien wie ausgewechselt.
Einfach ist es natürlich bei Arbeitskollegen, mit denen man nicht so viel zu tun hat. Schwerer wird es bei Menschen, die einem nahe sind - aus welchen Gründen auch immer. Diese Menschen gehen zu lassen, ist nicht leicht, auch wenn sie einem Energie rauben und zeitweise in alte Gewohnheiten verfallen lassen - etwas, das ich wie oben erwähnt, eigentlich ablegen möchte. Laura gibt da den Tipp, einmal klar Stellung zu beziehen, dass man ein erwachsener Mensch ist und dass es nicht okay ist, dass so mit einem umgegangen beziehungsweise geredet wird. Eine klare Linie ziehen und zu zeigen: Stop, bis hier hin und nicht weiter! Das habe ich getan, in einem kleinen Schritt, mit dem ich schon seit Monaten ringe, und es tut gut, sich diese Freiheit erkämpft zu haben. Es fühlt sich gut an, die eigenen Grenzen zu verteidigen.


So, jetzt wünsche ich euch einen schönen Start ins Wochenende. Was habt ihr so geplant? Für meinen Liebsten und mich geht es ins Schwimmbad <3

"Du bist unausstehlich!"



In jedem Moment meines Lebens versuche ich mein Möglichstes, um von anderen Menschen als positiv wahrgenommen zu werden. Ich möchte gemocht werden und alles dafür tun, damit es anderen gut geht, ihnen helfen und ihnen zuhören. Und plötzlich war da dieses eine Wort, das mich dermaßen aus der Bahn warf. Es tat weh, hat mich verletzt und ich wollte sauer sein. Wütend auf die Person, die ich am meisten liebe, denn sie hat dieses Wort zu mir gesagt ...

"Wenn ich so unausstehlich bin, dann kannst du ja auch gehen!" war meine Antwort und dieser Mensch ging. Und natürlich wollte ich alles andere als dass dieser Mensch geht. Ich wollte, dass er bei mir bleibt. Mich in den Arm nimmt und mir sagt, wie sehr er mich liebt. Sagen konnte ich das jedoch nicht. Das würde ja heißen, dass ich schon wieder nachgeben würde. Zugeben, dass diese Person nicht schuld daran ist, dass es mir nicht gut geht, und mir selbst eingestehen, dass ich selbst Schuld wäre, wenn ich ihr in diesem schmerzvollen Moment verzeihen würde.
Der Schmerz blieb. Und die Wut blieb. Ich machte ihr Luft, aber sie blieben. Was hatte sie mir gebracht? Nichts. Schmerzen. Körperliche Schmerzen. Schon wieder. Wut darauf, dass ich wütend war. Wütend auf diesen Menschen, der mich mit nur einem Wort so tief treffen kann.

Auch jetzt merke ich noch immer, wie mein Magen mit diesem Gefühl zu kämpfen hat. Jedoch versucht mein Kopf zu verzeihen. Ich habe gegoogelt, ja, ich weiß, das tut man nicht, aber ich wollte mögliche Antworten. Dabei bin ich auf einen Artikel gestoßen, der eine Liebesbeziehung in mehrere Phasen einteilt. An meinem Erleben in den letzten zwei, drei Wochen lässt sich wohl festmachen: die Honeymoon-Phase ist vorbei *weinender Smilie*. Jetzt geht es ans Eingemachte. Jedoch nahm ich auch etwas Positives für mich mit, etwas zum Nachdenken und Überdenken meines eigenen Verhaltens. Am Anfang sieht man alles rosarot, verzeiht, übersieht Dinge, die man vielleicht sonst nicht mag. Aber das ist okay. Erstmal. Und irgendwann ist das vorbei. Klar, man liebt noch, aber man wird langsam auch wieder ein eigenständiger Mensch, nachdem man wochenlang nur ein Wir war.
Ich versuchte also, in den letzten Tagen wieder so zu sein, wie am Anfang unserer Beziehung. Nachsichtig und bereit zuzuhören. Dinge zu tun, die ich getan hatte. Es funktioniert, fühlt sich aber ungewohnt an und das macht mich unsicher - genau so, wie ich es auch am Anfang der Beziehung war.

Als ich eben im Bad vor dem Spiegel stand, ist mir etwas klar geworden. Dieses eine Wort hat mich nur verletzt, weil ich es zugelassen habe. Denn eigentlich bin ich nicht unausstehlich, sonst wäre dieser Mensch nicht mit mir zusammen. Es gibt nun einmal Phasen, in denen bin ich empfindsamer, da lege ich jedes (negative) Wort auf die Goldwaage - was nicht wirklich fair ist. Genau so hat dieser Mensch es im übrigen auch gemeint. Er meinte diesen einen Moment.

Und mir wurde auch bewusst, dass ich nur zulasse, dass mich Dinge verletzen, weil sie mich verunsichern. Wäre ich selbstbewusster, dann könnte ich damit umgehen. Dem schloss sich der Gedanke an, dass ich mich selbst auch nicht besser behandle, was eigentlich traurig ist. Ich halte so wenig von mir selbst, dass es mir wichtig ist, dass andere gut über mich denken. Klar, bin ich aus freien Stücken hilfsbereit und höre mir gern die Probleme anderer an, und dennoch ist da diese kleine Stimme in mir, die sagt: Genau das will ich auch!

Warum bin ich dann also nicht in der Lage, mir selbst das zu geben, was ich so gerne für andere tue?


Zeit für die Dinge, die ich gerne mache, auch wenn sie keinem höheren Zweck dienen. Lebensmittel, die mir gut tun, statt Essen, von dem ich weiß, dass es mich runterzieht und mich schlecht fühlen lässt. Warum höre ich nicht auf, an negativen Dingen festzuhalten? Glaube ich wirklich, dass mein Stolz es verdient hat, an seinem Recht auf eine Entschuldigung zu beharren? Oder ist die Aussage nicht vielleicht sogar berechtigt gewesen?

Ich mache es mir und meinen Mitmenschen manchmal wirklich schwer. Und das nicht mal mit Absicht. Hin und wieder brauche ich ein Ventil für meine Emotionen und auch die vielen Worte, die damit herausschwallen. Ich glaube, manchmal kann ich jemanden sogar ins Koma quatschen. In solchen Situationen bin ich anstrengend und das nervt mich selbst - weil ich merke, dass ich andere damit runterziehe. Manchmal glaube ich, es lebt sich einfacher, wenn ich ein bisschen egoistischer wäre. Aber das bin ich nicht.


Oder vielleicht doch?


Vielleicht bin ich genau in den falschen Momenten egoistisch, schiebe mich in den Mittelpunkt und belästige andere mit meinen Problemen. Ist nicht dieser Blog in den letzten Wochen der glänzende Beweis dafür? Andererseits: Ihr müsst ihn ja nicht lesen.

Möglicherweise muss ich aber auch nur einfach lernen, wann ich egoistisch/egozentrisch sein darf. Nämlich dann, wenn ich allein bin. Im letzten Jahr während meiner Social Media Pause war es so, dass ich am Anfang gar nicht mit mir allein zurecht kam. Es tat gut, sich durch Facebook und Co vom Wesentlichen abzulenken, aber so wirklich allein mit mir, war ich lange nicht mehr. Das könnte ich tatsächlich wieder üben.

Und verrückterweise sind mir in der vergangenen Woche wieder Themen begegnet, die genau dies fokussierten: Egozentrismus. Nicht auf die böse Art, sondern die gesunde.

In meinem Video vom Montag habe ich darüber gesprochen, dass es mir kaum noch Spaß macht zu schreiben. Der Grund dafür ist, dass ich das Gefühl habe, nicht voran zu kommen. Ich tüftle hier die ganze Zeit rum, erzähle euch von meinem tollen Autorenleben und bring doch eigentlich nichts zu stande. Eine Romanveröffentlichung ist noch nicht einmal in greifbarer Nähe. Der Druck durch meinen Ratgeber zur Schreibroutine steigt. Vielleicht erwartet ihr es gar nicht, aber ich erwarte es von mir. Schließlich habe ich ein Buch geschrieben und muss ja auch "beweisen", dass ich Ahnung von der Materie habe.
Genauso geht es mir übrigens auch mit dem Lesen. Das Buchbloggen hat mir die Lust daran genommen. Sich ständig mit anderen zu vergleichen, zu berichten, wie viele Seiten oder Bücher man gelesen hat, haben mir den Blick auf das Wesentliche vernebelt: dem Lesen.

Warum eigentlich über Dinge sprechen, die noch nicht fertig sind?

Im diesem TED Talk bringt Derek Sivers es eigentlich auf den Punkt, was, wenn man es weiß, total logisch ist: Indem man seine Ziele kommuniziert, holt man sich die Anerkennung und Bestätigung von anderen ab, als hätte man sie schon erreicht. In der letzten Woche habe ich euch das Video von Jacko in der Badewanne verlinkt: Es ging um das "Schönmachen" der Dinge, die man tun muss oder tut, um wieder Spaß daran zu haben.

Es heißt also, dass ich Dinge wieder mehr für mich tun möchte - zumindest möchte ich versuchen, nicht gleich alles offen zu kommunizieren, was ich tue, nur um mir ein "toll" oder "find ich super" von irgendwem abzuholen. Ich möchte Ziele erreichen und mich dann über das erreichte Ziel freuen können - oder zumindest auf meine Art über den Weg dahin ;-) Denn meinem zutiefst verunsichertem Selbst bringt die Belohnung vor der eigentlichen Arbeit gar nichts ...


Eine weitere Inspiration ist die Morgenroutine von Ella in dieser Woche gewesen. Was mir natürlich auch wieder ein bisschen mehr "für mich"-Zeit einbringt und mich dazu "zwingt" etwas für mich zu tun, mir zuzuhören. Aktuell versuche ich mich an den Morgenseiten und auch, nicht gleich nach dem Wachwerden, das Handy in die Hand zu nehmen und im Social Media rumzudaddeln, sondern die Zeit lieber zum Lesen zu nutzen. Nachts ist mein Smartphone im Flugmodus, wer mich also versucht zu erreichen, könnte eventuell etwas länger auf eine Antwort warten :-D


Wie war eure Woche? Gibt es Erkenntnisse oder Inspirationen, die ihr mit mir teilen möchtet?

Schreibinspiration | August 2017 | #autorenleben




Heute möchte ich euch eine Schreibinspiratin oder vielmehr -anregung mit auf dem Weg geben. Viel Spaß beim Zusehen :-)

Es geht unter anderem um die Gründe, warum ich man schreibt und ob man immer alles teilen sollte, was man geschrieben hat oder auch mal für sich und im Geheimen schreibt.

Wenn die Angst einen gefangen nimmt



Vielleicht ist es jemandem von euch aufgefallen. Obwohl ich mir keine festen Regeln für meine Inspirationsbeiträge gesetzt habe, ist dieses "einmal pro Woche" darüber Bloggen doch irgendwo in meinem Hinterkopf geblieben. Letzte Woche ist er ausgefallen. Warum? Darum soll es heute gehen.

In der vergangenen Woche habe ich etwas für mich grundlegend wichtiges über Angst gelernt. Über meine, aber auch über die anderer. Meine eigene Angst, teilweise durch die Angst einer anderen Person entfacht, teilweise aus mir selbst heraus, hat mich dermaßen gefangen genommen, dass ich irgendwann keine Energie mehr hatte. Ich habe die Angst nicht direkt mit den typischen Symptomen (Schweißausbrüche, panische Gedanken, unkontrolliertes Weinen) gespürt, weil es nicht meine war. Vielmehr habe ich das erste Mal in meinem Leben Mitleid gespürt. Ein Gefühl, das ich nie in meinem Leben geben wollte. Warum? Weil ich schon immer überzeugt davon bin, dass Mitleid keinem weiter hilft.


mitleid hilft niemandem



Ich erinnere mich an Situationen in meinem Leben, in denen ich Mitgefühl und Mitleid verwechselt habe. Zu der Zeit war ich emotional aber auch so weit abgestumpft, dass ich kaum etwas gespürt habe. Ich war einfach allem gegenüber negativ eingestellt, wollte es nicht an mich heran lassen, nicht wahr haben, was mir meine Situation bewusst machte. Ich wollte einfach nur weitermachen und alle Gefühle ignorieren, weil sie zu schmerzhaft waren - und es noch immer sind.


Zurück zum Mitleid - und hier meine ich nicht das Mitgefühl.

Was ist passiert?

Ich bin auf die Angst eingegangen, die mir immer wieder kommuniziert wurde. Habe versucht Mitgefühl zu zeigen, was mir in der Regel gut gelingt, aber irgendwann schwappte es zu Mitleiden über. Ich fühlte mich von der Angst meines Gegenübers eingeengt, weil sie mich begrenzt hat. Wünsche und Träume, die ich nur zu gern ausspreche, waren der Auslöser der Angst. Indem ich auf die Angst einging, tat ich genau das, was ich eigentlich nie wieder tun wollte. Ich beschnitt meine Träume, kastrierte sie auf ein für mich noch erträgliches Maß. Doch das reichte nicht. Die Angst des anderen blieb, wurde sogar stärker, so hatte ich das Gefühl.

Was folgten waren Stresssymptome: Herpes an der Lippe, Stresspickel, Verdauungsprobleme mit starken Bauchkrämpfen, mentale Erschöpfung und damit ein gewisses emotionales Abstumpfen. Ich fühlte mich nicht inspiriert und war kaum in der Lage, neue Dinge wahr- und aufzunehmen. Somit erübrigte sich mein Beitrag über meine Inspirationen der Woche für euch. Mir wurde klar, dass mein Mitleiden dem anderen nicht weiterhilft. Und mir auch nicht.

Ich suchte das Gespräch und war erleichtert, über den positiven Ausgang. Wir beide versprachen uns, uns nicht mehr in unsere Angst hineinzusteigern, denn das war es, was passiert war. Auch ich tue es zu gerne. Mein Verstand hat verstanden (haha, was für ein Wortspiel), dass es nur meine Gedanken sind, die ich zu einer Wirklichkeit werden lasse, die es gar nicht gibt. Und trotzdem passiert es hin und wieder.

Vor so ungefähr zwei Wochen habe ich beschlossen, meiner Angst nicht mehr so viel Raum zu geben und mir klar gemacht, dass ich den negativen Gedanken am besten mit positiven Gedanken entgegensteuern kann. Ich weiß, dass meine Gedanken falsch sind (Gespräche mit dem Partner über Ängste sind also sinnvoll). Meinstens beginnt das Kopfkino, wenn ich allein bin und abends im Bett liege. Meine Zweifel und Ängste sind nicht real und nur in meinem Kopf, also begann ich, die positiven Erinnerungen an die letzten Monate mit meinem Liebsten aufzuschreiben. Genau in dem Moment, in dem ich wieder begann, mich in meine Angst zu steigern, versuchte ich, meinen Blick auf das Positive zu lenken. Was soll ich sagen? Ich konnte nach dieser "Übung" ziemlich gut und beruhigt einschlafen. Einerseits hatte ich das Gefühl, mich "ausgesprochen zu haben", meine Gedanken konnten meinen Kopf verlassen und ich musste nicht mit dem Gefühl einschlafen, dass ich etwas vergessen könnte. Und meinem Liebsten zauberten unsere kleinen, schönen Momente und Erinnerungen sogar ein Lächeln auf die Lippen.


mit positiven gedanken das karussell im kopf anhalten



Im Nachhinein ist es erschreckend, was Angst mit und in uns bewirken kann. Zweifel wachsen und wenn man keinen Ausweg daraus findet, denke ich, wird aus der anfänglich lästigen Mücke ein ziemlich eindrucksvoller Elefant - eines dieser grauenvollen Monster mit Reißzähnen und funkensprühenden Augen. Ja, diesen Elefanten gibt es nicht. Unser Kopf versucht aber mit allen Mitteln, uns davon zu überzeugen und wenn wir nichts dagegen tun, dann wird er es schaffen. Und glaubt mir, eine Mücke ist leichter zu zerquetschen als ein auf euch zurasender, furchterregender Elefant ;-)

Eine Frage, die mir in den Sinn gekommen ist, als ich so über Ängste nachgedacht habe: Warum haben wir eigentlich Zukunftsängste aber keine Vergangenheitsängste? Wir haben doch nur Angst vor der Ungewissheit, weil wir nicht wissen, was passiert. Aber was kann denn schlimmes passieren? Die meisten von uns haben in ihrem Leben schon schlimme Dinge erlebt und sie überlebt. Wir wachsen an unseren Erfahrungen und im Nachhinein finde ich es immer wieder erstaunlich, was ich in meinem Leben schon alles gerissen habe. Von manchen Menschen werde ich dafür wirklich bewundert ... aber für mich ist das nichts besonderes, denn ich habe es ja geschafft.

Darum habe ich keine Angst vor der Zukunft, weil ich weiß, egal was kommt, auch das werde ich schaffen, denn das schlimmste, was passieren kann, habe ich bereits überlebt ...


der weg aus der angst ist, sich nicht mehr hineinzusteigern



Ein Tipp, meine Selbsterkenntnis dieser Woche, ist mir im Podcast von Laura Malina Seiler begegnet (Hier könnt ihr ihn euch anhören). Es geht darum, dass man sich nicht in seine Angst hineinsteigern sondern sich ihr stellen soll ... aber auch noch vieles mehr. Es lohnt sich wirklich, sich die Folge anzuhören.


In der Folge über die Lebensvison von Laura ist eine Kernaussage, dass Themen, die einem begegnen einen weiterbringen. Und so war es auch in dieser Woche für mich. Das Thema Veganismus kam von allen Seiten zu mir und hat mir immer wieder die Frage gestellt: Warum nur veganer, warum nicht gleich vegan? Eine gute Frage, denn ich beschäftige mich schon lange mit dem, was eigentlich dahinter steckt. Immer wieder werden mir Dinge bewusst, die vielleicht noch nicht so super laufen, aber das kann man dann ja ändern. Schließlich sollte jeder in seinem Tempo machen. Ich glaube, für mich ist der Zeitpunkt langsam gekommen, dass ich weg von diesem veganer hin zu vegan will.

Früher war mein Anspruch ja, so vegan wie möglich und manchmal habe ich halt Phasen, in denen ich einfach nur Nudeln mit Pesto (ist ja meistens Käse und Milchkrams drin) essen will - weil es zeitlich und finanziell (gut eher zeitlich und bocklich) besser passt :-D Was nichts anderes heißt, als dass es manchmal einfach zu anstrengend ist, aus alten Mustern auszubrechen. Ich brauche eben eine schnelle Alternative, die mir schmeckt und auch besser tut. Denn ganz ehrlich, das Körpergefühl, das ich über die Jahre entwickelt habe, sagt mir ganz genau, dass Spaghetti mit Pesto jetzt eigentlich nicht so der Burner ist.

Ja, ich habe in den letzten Tagen wieder extrem viele Youtube-Videos gesuchtet. Als meine Abobox dann durchgenudelt war, habe ich einfach auf meiner Startseite bei den Vorschlägen geschaut und hin und wieder neue Kanäle abonniert. Darunter "vegan ist ungesund". Ich feiere nicht nur den Namen, sondern auch die unterhaltsame Art der Videos. Die beiden Jungs verfolge ich schon seit ein paar Wochen auf Facebook, aber dazu, ihren Kanal genauer unter die Lupe zu nehmen, bin ich noch nicht gekommen. Bis jetzt. Darunter sind wirklich einige Videos, die mir nochmal gezeigt haben, dass mein Weg mich nur zu vegan (und wer weiß wohin noch) führen kann. Einerseits kann ich das am besten mit meinem Gewissen vereinbaren und andererseits ist mir meine Gesundheit und vor allem mein Körpergefühl in den letzten Jahren wichtiger, bzw. überhaupt erst bewusst geworden. War es als Teen nur dieses Schlecht- und Völlegefühl, nachdem man sich eine Packung von irgendeinem Süßkram reingezogen hat, ist das Gefühl dafür jetzt schon feiner geworden. Ich spüre, welches Essen mir gut tut und welches weniger - Alkohol kann vielleicht recht lustig sein und im ersten Moment helfen, aber ich mag den Bähtag danach gar nicht und "helfe" mir mit Traubensaft über den Bock auf Wein hinweg. Ich merke, wo in meinem Körper ich Verspannungen habe oder bin aufmerksamer gegenüber Stresssymptomen geworden.

Die Doku "Gabel statt Skalpell" hat mir auch nochmal gezeigt und mehr als deutlich vor Augen gehalten, dass man wirklich ist, was man isst. In mir ist wieder der Drang angewachsen, alle möglichen Menschen darauf aufmerksam zu machen, was mir jetzt (mal wieder) bewusst geworden ist. Aber ich weiß auch, dass diese Menschen von selbst darauf kommen müssen. Ich kann niemandem etwas aufzwingen und der beste Weg, anderen etwas zu beweisen, ist, bei sich selbst anzufangen und das Leben zu leben, von dem man selbst überzeugt ist.


nicht nur veganer sondern vegan



Außerdem ist mir bewusst geworden, dass der Weg das Ziel ist. Das Video von Jacko hat mich dazu mega inspiriert. Sie sitzt in der Badewanne und spricht Dinge aus, die doch eigentlich so einleuchtend sind, dass ich hätte selbst darauf kommen können. Warum machen wir uns das, was wir machen müssen, nicht so schön wie möglich?

Während dieses Videos habe ich viel über mich und mein eigenes Verhalten nachgedacht. Vor allem im Bezug auf das Schreiben. Schon in meinem letzten Beitrag habe ich geschrieben, dass es mir gar nicht so wichtig ist, einen Roman so schnell wie möglich, auf den letzten Drücker zu veröffentlichen.

Ich wurde tatsächlich ein bisschen nostalgisch, dachte an früher und wie ich geschrieben habe. Blickte auf meinen ersten NaNoWriMo zurück. Ich wusste nicht, was ich tat, ich schrieb einfach nur. Ich kannte die vielen Schreibregeln und -Theorien noch nicht. Ich tat einfach nur das, was mir Spaß machte.

Und heute?

Heute sitze ich auf meiner Couch (oder seltener an meinem Schreibtisch) und versuche, zwischen Social Media und dem Kram fürs Schreibmeer, an einer besonders "schönen" Geschichte zu tippen. Ich weiß, ich möchte Menschen mit meinem Leben inspirieren und ihnen Mut machen. Das gelingt mir schon ganz gut, denke ich. Aber ich möchte das auch mit meinen Geschichten machen. Doch wie soll mir das Gelingen, wenn ich mich zwinge, etwas zu tun, was ich doch eigentlich ganz gern mache? Warum mache ich mir das Schreiben nicht auch einfach wieder schön? Warum gehe ich nicht wieder bedenkenlos ans Schreiben, sondern überlege stattdessen, wie ich euch an diesem Prozess teilhaben lassen kann, ohne zu viel zu verraten? Warum motiviert mich der Gedanke, euch vom Schreiben zu erzählen mehr, als das Schreiben an sich?

Ich merke, irgendwas läuft da schief. Und ich merke auch, ich muss wieder zurück an den Anfang, denn wie will ich positive Emotionen mit meinen Geschichten vermitteln, wenn das Schreiben zu so einem Druck ausartet?


wieder schreiben ohne sinn und verstand - dafür mit spaß



Wenn ich in einem Jahr tot wäre ... oder Gedanken zu "mein bester letzter sommer"



Würde ich etwas anders machen, wenn es mich in einem Jahr nicht mehr geben würde? Wenn ich nur noch ein Jahr zu leben hätte? Wenn ich niemals 27 Jahre alt werden würde? Und wenn ja, was würde ich anders machen?

Mich interessieren solche Fragen tierisch. Viel mehr die Antworten darauf. Sie führen dazu, dass man sich Gedanken darum macht, was wirklich wichtig, was wesentlich ist. Gibt es Dinge und Menschen, mit denen man sich wirklich in den letzten Lebensmonaten oder -wochen umgeben möchte? Und wenn es Menschen und Dinge gibt, die ein klares Nein im Zusammenhang mit dieser Frage bekommen, warum umgibt man sich noch mit ihnen? In Wirklichkeit weiß man doch nicht, wie lange man hat und möchte man sich eben mit negativen Dingen umgeben, die einem nicht gut tun? Oder auch Angewohnheiten oder Routinen, wenn das Leben schon morgen zu Ende sein könnte?

Aber nicht nur das, was aktuell ist, könnte einen Blick auf das Wesen(tliche), auf das, was wichtig ist, vertragen. Auch das, was sein könnte. Welche Wünsche und Träume möchte und kann man sich noch erfüllen, bevor das Leben zu Ende ist? Sich bewusst zu machen, was möglich ist, wenn man nur eine begrenzte Zeit dafür zur Verfügung hat, kann, denke ich, sinnvoll sein, um seine Träume und Wünsche zu erfüllen und anzugehen.


Wenn ich mir vorstelle, dass ich nur noch ein Jahr zu leben hätte, bin ich einerseits ziemlich ruhig, weil ich mein Leben aktuell so lebe, wie ich es mir wünsche. Ich mache keinen Job, den ich hasse. Ich bin mehr oder weniger bei mir selbst, kann mich verstehen, wieso ich manchmal wie reagiere. Ich weiß, was mir gut tut und was nicht. Ich umgebe mich mit Menschen, die mir gut tun, und habe trotzdem Dinge, die ich noch erreichen möchte. Sicherlich schaffe ich das nicht mehr, bis in einem Jahr, aber für mich ist es okay zu wissen, dass ich einige Lebensziele nicht erreichen werde.
Im Gegensatz zu Tessa zum Beginn des Buches "mein bester letzter sommer" von Anne Freytag hoffe ich, nicht aufzugeben, weil das Ende nah ist, sondern trotzdem weiterzumachen und weiterhin eine Art Vorbild für andere zu sein und sie zu inspirieren.

Da ich gern Dinge sofort anpacke, fällt mir gerade nichts ein, was ich noch gern anfangen möchte - sei es eine Sprache zu lernen oder ein Instrument zu spielen. Da ich zumindest das schon getan habe: angefangen :D

Aber es gäbe noch einige Orte, die ich gern (wieder) besuchen würde. Da wäre zum Beispiel Prag, meine absolute Lieblingsstadt, oder Schottland. Beides Orte, an denen ich schon war, und vielleicht sind es hauptsächlich nostalgische Gründe, warum ich dort noch einmal hin möchte. Aber auch Island steht auf meiner Wunschliste sehr weit oben. Und ja, ich habe dieses Land schon geliebt, bevor es beliebt wurde und gefühlt jeder in der Onlinewelt, der etwas auf sich hält, dort war :D
In einem Jahr könnte zumindest Prag machbar sein - auch finanziell. Die anderen Orte wären sicherlich schwierig.

Ein Punkt, der mich einerseits traurig macht, aber andererseits auch eine ziemliche Last von mir nimmt, ist das Schreiben und Bücher veröffentlichen. Ich merke einfach, dass mir Druck in diesem Bereich meines Lebens nicht wirklich gut tut. Ich liebe die Schreibmonate, doch es ist eher das Nostalgische daran, was mich beflügelt, vor allem durch die Erfahrungen in meinem ersten NaNo. Einen Roman zu veröffentlichen ist, wenn ich mal ganz tief in mich hineinhöre, nicht das, was ich noch unbedingt tun möchte in meinem letzten Jahr.

Eine Idee, die mich schon eine Zeitlang nicht loslässt, ist mein Wunsch, wieder mehr Kontakt zu Tieren zu haben. Ein eigener Hund oder sogar ein Pferd ist finanziell und zeitlich gerade nicht wirklich drin. Aber ich überlege tatsächlich, meine Zeit trotzdem wieder mit diesen Tieren zu verbringen. Mir schwebt auch schon vor, wie ich das tun könnte, aber dazu später mal mehr.


Diese Gedanken kamen mir, während ich das Jugendbuch von Anne gelesen habe. Ich habe mir viele Gedanken über den Tod gemacht und finde es nach wie vor schade, dass das Thema so - im wahrsten Sinne - totgeschwiegen wird in unserer Gesellschaft. Dabei wäre es doch so wichtig, mit Tod und Krankheit umgehen zu lernen. Ich habe zum Beispiel selbst einige Probleme mit Menschen mit starker (geistiger) Behinderung. Nicht, dass ich was gegen sie hätte. Ich weiß einfach nicht recht, mit ihnen umzugehen. Genauso ist es übrigens mit Kindern für mich, vor allem Kleinkinder und Babys. Wenn körperlich mit anderen Menschen nicht alles paletti ist, dann ist das so gar kein Problem für mich. Das überrascht mich vor allem in letzter Zeit sehr. In einer Gruppe von jungen Frauen fällt mir nicht auf, dass dort eine dabei ist, die offensichtlich übergewichtig ist. Bediene ich eine Kundin, die verkürzte Arme hat oder fast blind ist, dann starre ich nicht oder schrecke zurück, sondern gehe ganz normal mit ihr um. Ich bin genauso freundlich wie zu den anderen (hoffe ich). Das einzige ist, dass ich etwas mehr darauf bedacht bin, meine Hilfe anzubieten ...

Zurück zum Buch. Ich finde es toll, dass ich als Leser in die Gefühls- und Gedankenwelten von Tessa eintauchen konnte. Ihre Angst, sich zu zeigen, fand ich überhaupt nicht übertrieben und die Art, wie damit umgegangen wurde, um sie zu überwinden, war keinesfalls aufgesetzt oder unrealistisch. Es hat mich eher angeregt, über meine eigenen Zweifel und Ängste anders zu denken.
Gespickt war das Buch mit wunderschönen Illustrationen und auch dass ich in die Sicht von Oskar eintauchen durfte, hat mir sehr gut gefallen. An manchen Stellen wusste ich aber nicht, ob mir Oskars Gedanken zu unglaubwürdig waren, aber das hat der Geschichte keinen Abbruch getan. Ich liebe die Art, wie Oskar mit Tessa umgeht und ihr Mut macht und es erinnert mich ein wenig an meinen eigenen Oskar ^^

Alles in allem ist es ein sehr schönes Jugendbuch und gerade für den Sommer perfekt. Auch wenn es das Wetter im Moment nicht so gut mit uns meint, kann man gemeinsam mit Teskar in Italien schwitzen. Ich habe diesen Roadtrip auf jeden Fall genossen und freue mich schon auf die nächsten Bücher von Anne :-)

Noch eine Tasse Tee?

Wer bin ich und wenn ja, wie viele?

Die letzten Wochen sind wie eine Reise. Ein Trip zu mir selbst. Zu dem, wer ich bin, wer ich sein will und auch woher ich komme. Was sol...