Kreatives Tief und Life-Update



Seit ein paar Tagen kribbelt es mir so dermaßen in den Fingern, dass ich nicht mehr anders kann, als endlich wieder zu bloggen. Es hat mir so sehr gefehlt, aber in den letzten Wochen hatte ich weder Zeit noch Lust dazu. Was soll ich sagen, ich hatte einfach verdammt viel zu tun ...

Das, was ich eigentlich nicht wollte, ist endlich passiert

Es klingt wirklich paradox, dass ich mich seit Monaten auf etwas gefreut habe, von dem ich dachte, dass ich es nie wieder wollte. Schon zu Beginn des Jahres hat es sich angebahnt und nun ist es endlich soweit: Ich wohne nicht mehr alleine. Mein Liebster ist zu mir gezogen <3

Die nächsten Wochen sollten also vor allem deswegen etwas entspannter werden, da der Umzug jetzt gelaufen ist und wir nicht mehr so viel zu tun haben.

Kreatives Tief

Irgendwie waren die letzten Monate nicht sehr kreativ - jedenfalls habe ich das Gefühl. Es hängt natürlich alles sehr viel mit dem Privatleben zusammen, das meinen Alltag ziemlich durcheinandergewirbelt hat. Aber das ist nicht schlimm, denn genauso wie ich das Bloggen vermisse, vermisse ich auch die Arbeit an meinen Projekten. Meinen, denn es gibt ja noch so viel anderes.
Seit der Buchmesse in Leipzig haben Lia und ich an einer NaNo-Box geplant und auch das Schreibmeer werkelt schon seit einem Jahr an einer neuen Anthologie. Das ist alles natürlich sehr aufregend und spannend, aber wenn alles zusammen kommt auch sehr auslaugend. Aber dazu später mehr.
Klar steht auch noch ein eigenes Projekt an, aber es ist kein Romanprojekt und danach dürstet es mir gerade förmlich. Leider sah es auch im Social-Media-Bereich bisher eher mau aus in den letzten Wochen, doch auch dort kehrt die Motivation wieder zurück.

Einfach mal neu schwung holen - daran habe ich sehr oft gedacht. Ich verspürte den Wunsch, mich zurückzuziehen, um dann mit einem Hops zurückzukehren. Mal sehen, was daraus wird ... Vielleicht bin ich irgendwann einfach mal weg xD


So viel also bisher von mir. Ich taste mich langsam wieder an alles heran und versuche, in einem entspannteren Alltag Fuß zu fassen.

Big Brother is watching you




Heute ist wieder einer der "ich bin unausstehlich"-Tage. Ich fühle mich doof. Möchte mich den ganzen Tag nur zu Hause verstecken und, obwohl ich eigentlich mal wieder ein Selfie auf Instagram posten könnte, tue ich es heute garantiert nicht. Vielleicht stimmt es wirklich: ich bin unausstehlich. Aber diesmal bin ich bemüht, es nicht ganz so doll zu sein ⎯ ich glaube, es klappt ganz gut. Die schmerzhafte Wahrheit hilft, mich selbst zu reflektieren, aber auch aufmerksam zu sein, denn ich kann und möchte nicht erwarten, dass jeder immer und zu jeder Zeit meine Befindlichkeiten abfedert.
Und so verkrieche ich mich heute in meinen eigenen kleinen Kuschelkokon, stapel Bücher um mich herum und mach ein bisschen hier, ein bisschen da was im Haushalt, weil ich weiß, dass ich mich morgen schon besser fühlen werde.

Eine anstrengende Woche liegt hinter mir. Von Montag bis Freitag stand für mich das auf dem Plan, was ich nur als Widernatürlich für mich bezeichnen kann. Frühes Aufstehen. Und damit meine ich nicht sieben Uhr. Das ist auch schon früh genug. Nein, ich meine eine Uhrzeit, zu der ich an manchen Tagen schlafen gehe: 3 Uhr. In Worten: DREI UHR NACHTS! Unfassbar, dass ich die Woche so unbeschadet überstanden habe :D Naja, überstanden ist auch relativ. Immerhin habe ich es geschafft, am Dienstag die ganze Nachbarschaft zu wecken, weil ich im Laden die Alarmanlage ausgelöst habe. Seitdem reagiere ich empfindlich auf alle piependen Geräusche :D Was ich allerdings nicht gedacht habe war, dass sich der Körper tatsächlich ziemlich schnell auf den neuen Rhythmus einstellt und nach dem zweiten Tag völliger Zerstörung ging es wieder aufwärts.

Obwohl ich also überhaupt keine Zeit hatte, weil ich von vier Uhr in der Früh bis um zwölf, also 8-Stunden-Schichten hatte, habe ich mir überlegt, vielleicht noch ne fixe Ausschreibung fürs Schreibmeer zu machen. Aus verschiedenen Gründen haben uns ein paar Autoren verlassen und es wurde ein bisschen eng, zumal es immer mal wieder vorkommt, dass jemand nicht kann ⎯ ob wegen Urlaub, Prüfung, Krankheit oder einfach privatem Stress. Aber auch dieser Punkt ist geschafft und wir haben fünf frische Autoren bei uns begrüßen dürfen, über die ich mich sehr freue.


In dieser Woche hatte ich auch wieder einen Mind-Fuck-Moment, von dem ich euch unbedingt erzählen wollte. Ich bin ja schon sehr stark an Büchern interessiert, die einen psychologisch-gesellschaftskritischen Hintergrund haben. Besonders viel davon findet man im Bereich der Dystopien, habe ich den Eindruck. Besonders fasziniert war und bin ich immer noch von "Der Circle" ⎯ bald komme ich hoffentlich in den Genuss, den Film zu sehen *hibbel*. Ich kam auch nicht umhin, mir mal ein paar ältere Werke zu Gemüte zu führen. Und so lagen wir abends auf der Couch und ⎯ nicht wegen mir :D ⎯ es lief nebenher Big Brother im Fernsehen. Dass es das Format immer noch gibt, erstaunlich. Für mich fühlt es sich so nach 90er an :D Ich wollte ein bisschen klugscheißen und fragte meinen Liebsten, ob er weiß, warum Big Brother so heißt, wie es heißt. Er so: Klar, weil der Erfinder es so genannt hat. Ich: Ja, auch. *Klugscheißermodus an* Aber der hat sich durch das Buch 1984 von George Orwell inspirieren lassen. *Klugscheißermodus aus*

Lesen bildet offensichtlich. Und von dem Prinzip der Überwachung bin ich gegruselt und fasziniert zugleich. Menschen, die online unterwegs sind ⎯ bevorzugt in sozialen Netzwerken ⎯ tun es jeden Tag. Freiwillig. Sie zeigen sich der Welt ⎯ oder einem ausgewählten Personenkreis. Ich habe riesigen Spaß daran, Leute in meinen Instastories mit durch den Tag zu nehmen. Und tatsächlich gibt es Menschen, die gucken sich das an! Ich selbst bilde da keine Ausnahme ⎯ ich bin regelrecht süchtig nach Lebensupdates von Menschen, die ich inspirierend finde und verschlinge alles, was sie im Netz hinterlassen und was für mich zugänglich ist.
Schon freaky, oder? Besonders mit der Geschichte um Mae aus "Der Circle" im Hinterkopf. Und bei Big Brother ist es ja nicht anders. Die Menschen spielen eine Rolle, die sie sein möchten ⎯ vielleicht sind sie so gut, dass sie sich selbst glauben und schließlich zu dem werden, wer sie vorgeben zu sein. Auch wenn ich noch so sehr behaupte, ich selbst zu sein ⎯ egal wo ich bin, ob im echten Leben, auf Facebook oder auf Instagram ⎯ so positioniere ich mich doch auf eine gewisse Art. Und mal ehrlich: Niemand will wirklich sehen, wie zerknittert jemand wirklich aussieht, wenn er aus dem Bett steigt. Vielleicht mit Pandaaugen (die kein Filter sind) oder beim morgendlichen Toilettengang. Die sozialen Netzwerke sind die Daily Soaps von gestern. Wir wollen das echte Leben sehen ⎯ nur in schön. Menschen, die wir sein könnten, aber doch den aufregenden, spannenden Teil ihres Alltags. Passend dazu ist auch einer der letzten Artikel aus dem Schreibmeer bzw. Ninas Antwort darauf: Autoren teilen nun mal vieles aus ihrem Schreiballtag. Und wenn es etwas normales ist, was nichts mit dem Autorenleben zu tun hat, wie zum Beispiel, sich beim zocken erholen auch wenn die nächste Deadline in greifbare Nähe rückt, müssen sie dann mit harter Kritik rechnen? Mit dem schlechten Gewissen, das sie einholt? Muss man sich vor dem "großen Bruder", der zuschaut für jeden Pups rechtfertigen? Wäre man überhaupt in der Lage dazu, wenn man als Einzelner von vielen geächtet wird? Ob oder ob nicht. Eins ist klar: Es erfordert eine Menge Mut und Kraft.

Und bis dahin läuft in meiner Instastorie weiterhin die heile Welt, während andere Welten zerbrechen und ich still und heimlich in meinem Bett liege und weine und mir die Instastorie von anderen ansehe. Von Menschen, die den Mut haben, ihrer Trauer öffentlich den Raum zu geben, weil sie hoffen, dass sie damit denen, die zuschauen, einen Halt geben können. Und das tun sie! Denn eines sind wir alle, miteinander verbunden, ob wir uns persönlich kennen oder nicht. Unsere Geschichten kreuzen einander und ich bin froh, dass es da draußen Menschen gibt, die Anteil haben wollen an meinem Leben und an dem, was ich tue. Danke!


Was ich eigentlich sagen wollte: Es ist toll, dass Bücher einem so viel geben können und dass manche Dinge aus ihnen es in unsere Realität schaffen und Menschen begegnen, die noch nie etwas von dem Buch gehört haben, aus dem es stammt. Das ist für mich wie Magie. Und ich hoffe, eines Tages auch eine solche Magie bewirken zu können.

Wer bin ich und wenn ja, wie viele?



Die letzten Wochen sind wie eine Reise. Ein Trip zu mir selbst. Zu dem, wer ich bin, wer ich sein will und auch woher ich komme. Was soll man auch sonst tun, wenn es draußen regnet und grau ist und der schöne Sommer auf sich warten lässt. So nutze ich die Zeit wenigstens sinnvoll.

Eigentlich fühle ich mich heute wenig inspiriert, um euch von meinen Mind-Momenten der Woche zu berichten. Es ist kalt, der Tee ist ausgetrunken und ich habe mich auf meine Couch gekuschelt - nicht an den Schreibtisch gesetzt, wie ich mir eigentlich für die "Arbeit" vorgenommen hatte. Aber da ich es mir die Dinge, die ich tue, gemütlich machen will, lasse ich jetzt wieder Wasser aufkochen für die zweite Tasse des Tages.

So bin ich also mitten im Herbst angekommen - innerlich und auch äußerlich. Wie ihr wisst, bin ich nicht der Mensch, der sich viel mit Makeup außereinandersetzt, ich mag es eher natürlich. Aber im Herbst ist es irgendwie anders. Da mag ich es, meine Augen zu betonen. Jetzt auch nicht so megakrass, aber ein klitzekleines Bisschen verrucht darf es sein. Herbstlich eben.
Wer mir auf Instagram folgt, weiß, dass ich mich schon seit einiger Zeit mit Tee zudröhne. Auch eher etwas, das ich in der warmen Jahreszeit mache.

In dieser Woche war das Thema meditieren wieder sehr präsent in meinem Alltag. Letzte Woche hatte ich es ja schon angedeutet, dass ich an meiner Morgenroutine arbeiten möchte, damit ich wieder etwas runterkomme und mich nicht so sehr in negative Gedanken hineinsteigere. Dafür habe ich mir die App 7mind runtergeladen und bisher jeden Morgen eine kurze Zeit lang meditiert.
Bisher gefällt es mir echt gut und ich merke auch, wie ich tatsächlich runterkomme. Besonders beim Meditieren nehme ich meinen Körper intensiver war und mir wird klar, dass ich unbedingt etwas für meinen Rücken tun muss. Habe ich fast das gesamte letzte Jahr durch meinen Autorenkram sitzend verbracht, schaffe ich mir jetzt mit meinem Brotjob einen stehenden Ausgleich. Doch so optimal scheint das nicht zu sein. Der untere Rücken fühlt sich ziemlich verspannt an und auch meine Schultern sind nicht die entspanntesten. Darum bin ich froh, mich wieder ein paar Mal in der Woche zum Laufen motivieren zu können.
Auch das mit den Morgenseiten klappt überraschend gut und meistens schreibe ich sogar etwas länger als die zehn Minuten. Es tut wirklich gut, seine Gedanken etwas zu sortieren - dabei ist es völlig egal, was man aufschreibt. Das einzige, was ich verändert habe, ist, dass ich nicht mehr direkt nach dem aufstehen schreibe, sondern erst nach dem Meditieren.


Wer ich sein will und wer ich bin

Zum Thema Persönlichkeitsentwicklung suchte ich weiterhin den Podcast von Laura Malina Seiler. Das hat mich auf den Gedanken der Identität gebracht und auf die Frage, als wer ich mich identifiziere und als wen ich mich identifizieren möchte, bzw. wer ich sein möchte.
Dabei klingt es so simpel, dass ich auch selbst darauf hätte kommen können: Deine Gedanken werden zu deinen Handlungen. Und die Summe deiner Handlungen macht dich aus. Es ist egal, wie sehr du etwas Neues anfängst, wenn du es nicht durchziehst, es in Fleisch und Blut übergehen lässt, dann hat es auch keinen langfristigen Effekt und kann demzufolge auch nichts bringen.
Ob es durch das Meditieren kommt oder allein durch das Bewusstwerden dieses Gedankens, weiß ich nicht. Aber sehr oft wird mir in letzter Zeit bewusst, dass ich etwas tue, was nicht dem entspricht, als was ich mich identifizieren möchte, zum Beispiel eine Handlung ist, die mich zu dem gebracht hat, was ich jetzt bin, woran ich aber etwas ändern möchte. Als ich das verstanden und auch erlebt habe, war es ein echter Mindblowing-Moment, der auch ein bisschen in meinen nächsten Artikel beim Schreibmeer eingeflossen ist, in dem es darum geht, was für eine Autorin ich eigentlich sein möchte.


Etwas, was mich in den letzten Tagen besonders geprägt und bestärkt hat, ist der Umgang mit anderen Menschen - besonders mit negativen - inspiriert durch den Podcast von Laura. Darin geht es darum, anderen mit Liebe zu begegnen und zum Beispiel diesen permanent negativ gelaunten Menschen gedanklich zu sagen "Ich liebe dich. Ich liebe dich. Ich liebe dich." Natürlich traf das bei mir auf eine Hemmschwelle. Was soll das bringen, wenn ich diese Menschen nicht leiden können möchte, weil ihre Negativität mich runterzieht. Aber ich wollte es dennoch ausprobieren, die Neugierde siegt fast immer bei solchen Experimenten. Und siehe da: Es funktioniert. Es ist überraschend, aber ich empfing weniger Stress, als ich dieser Person begegnete und war ganz überwältigt und überrascht, denn sie schien wie ausgewechselt.
Einfach ist es natürlich bei Arbeitskollegen, mit denen man nicht so viel zu tun hat. Schwerer wird es bei Menschen, die einem nahe sind - aus welchen Gründen auch immer. Diese Menschen gehen zu lassen, ist nicht leicht, auch wenn sie einem Energie rauben und zeitweise in alte Gewohnheiten verfallen lassen - etwas, das ich wie oben erwähnt, eigentlich ablegen möchte. Laura gibt da den Tipp, einmal klar Stellung zu beziehen, dass man ein erwachsener Mensch ist und dass es nicht okay ist, dass so mit einem umgegangen beziehungsweise geredet wird. Eine klare Linie ziehen und zu zeigen: Stop, bis hier hin und nicht weiter! Das habe ich getan, in einem kleinen Schritt, mit dem ich schon seit Monaten ringe, und es tut gut, sich diese Freiheit erkämpft zu haben. Es fühlt sich gut an, die eigenen Grenzen zu verteidigen.


So, jetzt wünsche ich euch einen schönen Start ins Wochenende. Was habt ihr so geplant? Für meinen Liebsten und mich geht es ins Schwimmbad <3

"Du bist unausstehlich!"



In jedem Moment meines Lebens versuche ich mein Möglichstes, um von anderen Menschen als positiv wahrgenommen zu werden. Ich möchte gemocht werden und alles dafür tun, damit es anderen gut geht, ihnen helfen und ihnen zuhören. Und plötzlich war da dieses eine Wort, das mich dermaßen aus der Bahn warf. Es tat weh, hat mich verletzt und ich wollte sauer sein. Wütend auf die Person, die ich am meisten liebe, denn sie hat dieses Wort zu mir gesagt ...

"Wenn ich so unausstehlich bin, dann kannst du ja auch gehen!" war meine Antwort und dieser Mensch ging. Und natürlich wollte ich alles andere als dass dieser Mensch geht. Ich wollte, dass er bei mir bleibt. Mich in den Arm nimmt und mir sagt, wie sehr er mich liebt. Sagen konnte ich das jedoch nicht. Das würde ja heißen, dass ich schon wieder nachgeben würde. Zugeben, dass diese Person nicht schuld daran ist, dass es mir nicht gut geht, und mir selbst eingestehen, dass ich selbst Schuld wäre, wenn ich ihr in diesem schmerzvollen Moment verzeihen würde.
Der Schmerz blieb. Und die Wut blieb. Ich machte ihr Luft, aber sie blieben. Was hatte sie mir gebracht? Nichts. Schmerzen. Körperliche Schmerzen. Schon wieder. Wut darauf, dass ich wütend war. Wütend auf diesen Menschen, der mich mit nur einem Wort so tief treffen kann.

Auch jetzt merke ich noch immer, wie mein Magen mit diesem Gefühl zu kämpfen hat. Jedoch versucht mein Kopf zu verzeihen. Ich habe gegoogelt, ja, ich weiß, das tut man nicht, aber ich wollte mögliche Antworten. Dabei bin ich auf einen Artikel gestoßen, der eine Liebesbeziehung in mehrere Phasen einteilt. An meinem Erleben in den letzten zwei, drei Wochen lässt sich wohl festmachen: die Honeymoon-Phase ist vorbei *weinender Smilie*. Jetzt geht es ans Eingemachte. Jedoch nahm ich auch etwas Positives für mich mit, etwas zum Nachdenken und Überdenken meines eigenen Verhaltens. Am Anfang sieht man alles rosarot, verzeiht, übersieht Dinge, die man vielleicht sonst nicht mag. Aber das ist okay. Erstmal. Und irgendwann ist das vorbei. Klar, man liebt noch, aber man wird langsam auch wieder ein eigenständiger Mensch, nachdem man wochenlang nur ein Wir war.
Ich versuchte also, in den letzten Tagen wieder so zu sein, wie am Anfang unserer Beziehung. Nachsichtig und bereit zuzuhören. Dinge zu tun, die ich getan hatte. Es funktioniert, fühlt sich aber ungewohnt an und das macht mich unsicher - genau so, wie ich es auch am Anfang der Beziehung war.

Als ich eben im Bad vor dem Spiegel stand, ist mir etwas klar geworden. Dieses eine Wort hat mich nur verletzt, weil ich es zugelassen habe. Denn eigentlich bin ich nicht unausstehlich, sonst wäre dieser Mensch nicht mit mir zusammen. Es gibt nun einmal Phasen, in denen bin ich empfindsamer, da lege ich jedes (negative) Wort auf die Goldwaage - was nicht wirklich fair ist. Genau so hat dieser Mensch es im übrigen auch gemeint. Er meinte diesen einen Moment.

Und mir wurde auch bewusst, dass ich nur zulasse, dass mich Dinge verletzen, weil sie mich verunsichern. Wäre ich selbstbewusster, dann könnte ich damit umgehen. Dem schloss sich der Gedanke an, dass ich mich selbst auch nicht besser behandle, was eigentlich traurig ist. Ich halte so wenig von mir selbst, dass es mir wichtig ist, dass andere gut über mich denken. Klar, bin ich aus freien Stücken hilfsbereit und höre mir gern die Probleme anderer an, und dennoch ist da diese kleine Stimme in mir, die sagt: Genau das will ich auch!

Warum bin ich dann also nicht in der Lage, mir selbst das zu geben, was ich so gerne für andere tue?


Zeit für die Dinge, die ich gerne mache, auch wenn sie keinem höheren Zweck dienen. Lebensmittel, die mir gut tun, statt Essen, von dem ich weiß, dass es mich runterzieht und mich schlecht fühlen lässt. Warum höre ich nicht auf, an negativen Dingen festzuhalten? Glaube ich wirklich, dass mein Stolz es verdient hat, an seinem Recht auf eine Entschuldigung zu beharren? Oder ist die Aussage nicht vielleicht sogar berechtigt gewesen?

Ich mache es mir und meinen Mitmenschen manchmal wirklich schwer. Und das nicht mal mit Absicht. Hin und wieder brauche ich ein Ventil für meine Emotionen und auch die vielen Worte, die damit herausschwallen. Ich glaube, manchmal kann ich jemanden sogar ins Koma quatschen. In solchen Situationen bin ich anstrengend und das nervt mich selbst - weil ich merke, dass ich andere damit runterziehe. Manchmal glaube ich, es lebt sich einfacher, wenn ich ein bisschen egoistischer wäre. Aber das bin ich nicht.


Oder vielleicht doch?


Vielleicht bin ich genau in den falschen Momenten egoistisch, schiebe mich in den Mittelpunkt und belästige andere mit meinen Problemen. Ist nicht dieser Blog in den letzten Wochen der glänzende Beweis dafür? Andererseits: Ihr müsst ihn ja nicht lesen.

Möglicherweise muss ich aber auch nur einfach lernen, wann ich egoistisch/egozentrisch sein darf. Nämlich dann, wenn ich allein bin. Im letzten Jahr während meiner Social Media Pause war es so, dass ich am Anfang gar nicht mit mir allein zurecht kam. Es tat gut, sich durch Facebook und Co vom Wesentlichen abzulenken, aber so wirklich allein mit mir, war ich lange nicht mehr. Das könnte ich tatsächlich wieder üben.

Und verrückterweise sind mir in der vergangenen Woche wieder Themen begegnet, die genau dies fokussierten: Egozentrismus. Nicht auf die böse Art, sondern die gesunde.

In meinem Video vom Montag habe ich darüber gesprochen, dass es mir kaum noch Spaß macht zu schreiben. Der Grund dafür ist, dass ich das Gefühl habe, nicht voran zu kommen. Ich tüftle hier die ganze Zeit rum, erzähle euch von meinem tollen Autorenleben und bring doch eigentlich nichts zu stande. Eine Romanveröffentlichung ist noch nicht einmal in greifbarer Nähe. Der Druck durch meinen Ratgeber zur Schreibroutine steigt. Vielleicht erwartet ihr es gar nicht, aber ich erwarte es von mir. Schließlich habe ich ein Buch geschrieben und muss ja auch "beweisen", dass ich Ahnung von der Materie habe.
Genauso geht es mir übrigens auch mit dem Lesen. Das Buchbloggen hat mir die Lust daran genommen. Sich ständig mit anderen zu vergleichen, zu berichten, wie viele Seiten oder Bücher man gelesen hat, haben mir den Blick auf das Wesentliche vernebelt: dem Lesen.

Warum eigentlich über Dinge sprechen, die noch nicht fertig sind?

Im diesem TED Talk bringt Derek Sivers es eigentlich auf den Punkt, was, wenn man es weiß, total logisch ist: Indem man seine Ziele kommuniziert, holt man sich die Anerkennung und Bestätigung von anderen ab, als hätte man sie schon erreicht. In der letzten Woche habe ich euch das Video von Jacko in der Badewanne verlinkt: Es ging um das "Schönmachen" der Dinge, die man tun muss oder tut, um wieder Spaß daran zu haben.

Es heißt also, dass ich Dinge wieder mehr für mich tun möchte - zumindest möchte ich versuchen, nicht gleich alles offen zu kommunizieren, was ich tue, nur um mir ein "toll" oder "find ich super" von irgendwem abzuholen. Ich möchte Ziele erreichen und mich dann über das erreichte Ziel freuen können - oder zumindest auf meine Art über den Weg dahin ;-) Denn meinem zutiefst verunsichertem Selbst bringt die Belohnung vor der eigentlichen Arbeit gar nichts ...


Eine weitere Inspiration ist die Morgenroutine von Ella in dieser Woche gewesen. Was mir natürlich auch wieder ein bisschen mehr "für mich"-Zeit einbringt und mich dazu "zwingt" etwas für mich zu tun, mir zuzuhören. Aktuell versuche ich mich an den Morgenseiten und auch, nicht gleich nach dem Wachwerden, das Handy in die Hand zu nehmen und im Social Media rumzudaddeln, sondern die Zeit lieber zum Lesen zu nutzen. Nachts ist mein Smartphone im Flugmodus, wer mich also versucht zu erreichen, könnte eventuell etwas länger auf eine Antwort warten :-D


Wie war eure Woche? Gibt es Erkenntnisse oder Inspirationen, die ihr mit mir teilen möchtet?

Schreibinspiration | August 2017 | #autorenleben




Heute möchte ich euch eine Schreibinspiratin oder vielmehr -anregung mit auf dem Weg geben. Viel Spaß beim Zusehen :-)

Es geht unter anderem um die Gründe, warum ich man schreibt und ob man immer alles teilen sollte, was man geschrieben hat oder auch mal für sich und im Geheimen schreibt.

Noch eine Tasse Tee?

Kreatives Tief und Life-Update

Seit ein paar Tagen kribbelt es mir so dermaßen in den Fingern, dass ich nicht mehr anders kann, als endlich wieder zu bloggen. Es hat ...